Geschichtliches

Die erste Erwähnung einer Burg wird dem Jahre 1049 zugeschrieben, malerisch auf einem Felsrand über den Saale-Auen gelegen. Sie wurde als feste Burg, also aus Stein errichtet. Der Name Plötzkau leitet sich von dem polabischen Wort Plotisiko ab. Die Polaben (po laba = an der Elbe) siedelten früher östlich von Hamburg. Ob es in Plötzkau vor der Burg allerdings einen Polabenweiler gab, ist nicht bekannt.

Vor fast tausend Jahren gewannen jene vom Geschlecht der Kakelinger das Saaleland bei Plötzkau. Sie waren Nachfahren der Odonen und damit aus demselben Geschlecht wie der Sachsenherzog Widukind (Kakelingen ist heute wüst und wird zwischen den Orten Stassfurt und Hecklingen angenommen). Sie nannten sich bald Grafen von Pötzkau. Doch ihr Glanz war nur von kurzer Dauer.
Nach einer geheimnisvollen Sage soll es das zauberkundige Volk der Zwerge im Plötzkauer Auwald gewesen sein, dass dem Grafengeschlecht den zeitigen Untergang voraussagte. Dieser trat ein mit dem Tod des Grafen Konrad II. im Jahre 1132 und dem seines Bruders und Nachfolgers Graf Bernhard II. im Jahre 1147. Das bedeutete jedoch nicht das Ende der Grafschaft Plötzkau, die als unantastbares Fahnlehen des Reiches, über das nur der Kaiser verfügen konnte, weiterbestand. Albrecht der Bär stritt mit dem Welfen Heinrich dem Löwen um die Grafschaft Plötzkau. Eine Beilegung des Streites mittels Waffengewalt wurde jedoch aufgrund unsicherer Reichsgrenzen verhindert. So blieb sie im Beitz der Askanier. Auch die Rückforderung des Reichsfahnlehens durch Kaiser Friedrich I. der Rotbart (Barbarossa) führte zu einem Streit mit dem Grafen Bernhard von Anhalt. Doch auch diesen Streit konnte der Kaisers nicht mit Waffengewalt beilegen, da er sich zum Feldzug gegen die Polen rüstete. An diesem Feldzug beteiligt sich Bernhard demonstrativ nicht. Im Jahre 1466 ist die Grafschaft immer noch ein Reichslehen und die Grafen von Anhalt erhalten sie als Afterlehen vom Reichsstift Gernrode. Im Jahre 1546 wird der anhaltische Besitz neu aufgeteilt und Burg und Dorf Plötzkau gehen an Fürst Georg von Anhalt.